Seit jeher haben die Menschen den Lauf der Zeit nicht als gerade Linie erlebt, sondern als Kreis – als lebendigen, atmenden Rhythmus. Bei den Kelten und Germanen war das Jahr ein sich stetig wandelnder Kreis, dessen Ende zugleich ein neuer Anfang ist. Dieser Kreislauf beginnt nicht im Herbst, wie oft angenommen wird, sondern zur Wintersonnenwende – in der längsten Nacht des Jahres, wenn das Licht neu geboren wird.
So entfaltet sich das Jahr wie eine Spirale: Jeder Durchgang bringt Wiederkehr und zugleich Entwicklung. Das Licht wächst bis zur Sommersonnenwende, erreicht seinen Höhepunkt und zieht sich danach langsam wieder zurück, bis es zur Wintersonnenwende erneut geboren wird.
Die acht Jahreskreisfeste markieren diese heiligen Schwellen im Jahreslauf. Sie folgen im Abstand von etwa sechs Wochen aufeinander und bilden wie Speichen ein Rad, das uns durch das Jahr trägt. Neben den Sonnenfesten – den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen – ehren die traditionellen Feste auch die Mondqualitäten und damit das zyklische, weibliche Prinzip: Werden, Blühen, Reifen und Loslassen.
Diese Reise durch den Jahreskreis ist weit mehr als ein äußeres Naturgeschehen. Sie lädt uns ein, die tiefe Verbindung zwischen uns und der Erde wieder zu spüren. Unser eigenes Erleben – unsere Energie, unsere Gefühle, unsere innere Bewegung – folgt denselben Rhythmen wie das Licht, die Jahreszeiten und die Kräfte der Natur.
Wenn wir uns bewusst Zeit nehmen, diese Übergänge wahrzunehmen, kann sich etwas Wesentliches in uns entfalten:
ein tiefes Vertrauen in die Zyklen des Lebens
die Fähigkeit, mit Veränderungen zu fließen statt gegen sie anzukämpfen
ein feineres Gespür für unsere eigenen Bedürfnisse und Kräfte
Der Jahreskreis spiegelt zugleich den großen Lebenszyklus wider – von Geburt, Wachstum und Reifung bis hin zu Rückzug, Wandlung und Neubeginn. In ihm zeigen sich auch die vielen Gesichter der Göttin: die Unabhängige, die Liebende, die Nährende, die Weise, die Wandelnde. Jede Phase hat ihre eigene Kraft und Würde.
Im Tempel der Rose verweben sich diese alten Weisheiten mit einem lebendigen Erfahrungsraum. Hier wird der Jahreskreis nicht nur erfahren, sondern gefühlt, gelebt und verkörpert.
Die Rose steht dabei als Symbol für das Herz, für Hingabe, Schönheit und die Entfaltung des inneren Wesens. Wie die Natur sich im Jahreskreis wandelt, so öffnen auch wir Schicht für Schicht unser inneres Sein.
In den Jahreskreisfesten im Tempel der Rose entsteht ein geschützter Raum, in dem du:
dich wieder mit den natürlichen Rhythmen verbinden kannst
deiner eigenen inneren Bewegung lauschen darfst
die verschiedenen Aspekte deines Seins ehren und integrieren kannst
dich getragen fühlst in einem Kreis von Bewusstsein und Verbundenheit
Jedes Fest ist eine Einladung, innezuhalten, zu erinnern und dich neu auszurichten – im Einklang mit der Erde, dem Himmel und deinem eigenen Herzen.