In meiner Qi Gong-Ausbildung fand ich den Einstieg in die Traditionelle Chinesische Medizin, mit ihren 5 Wandlungsphasen, der Meridianlehre, sowie der daoistischen und buddhistischen Philosophie.
Ich hatte den Wunsch auch meine Yogapraxis mit der Weisheit der TCM zu verbinden. Dieser Weg führte mich 2016 zu einer Yin Yoga Ausbildung, denn:
Yin Yoga kombiniert das Beste aus der Yoga-Tradition mit dem Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Im Yin Yoga erlernst du verschiedene Yin Yoga- Haltungen (Asanas) in Verbindung mit Atmung, mentaler Ausrichtung, Achtsamkeit und Meditation. Du erfährst, wie du verschiedene Meditationstechniken verwenden kannst, um die Wirkung von Yin Yoga zu vertiefen.
Die Begriffe Yin und Yang stammen aus dem chinesischen Kulturkreis und bezeichnen die Polarität, die unser Leben als Menschen dominiert. Die moderne Lebensweise ist in hohem Maße von Yang-Qualitäten bestimmt, wie Aktivität, Leistungsdruck, Stress und Hektik. Die dringend benötigten Yin-Eigenschaften (Entspannung, Ruhe, Erholung und Regeneration) bleiben daher oftmals auf der Strecke.
Im Yin Yoga geht es um das Ankommen bei dir selbst auf allen Ebenen. Dein Körper wird beweglicher, der Energiefluß harmonisiert sich, der Geist kommt zur Ruhe und die Seele atmet auf. Yin Yoga wirkt unter anderem vor allem in den tieferen Schichten des Körpers, wie Faszien (Bindegewebe), Organen, Knochen und Gelenken. Die Yoga-Stellungen (Asanas) werden im Yin Yoga über einen Zeitraum von 3 - 5 Minuten - oder auch länger - gehalten. Durch dieses lange Halten wird der Energie-Fluss („Qi“ oder im Yoga „Prana“ genannt) harmonisiert.
Yin Yoga lädt dich ein, langsamer zu werden und in die Stille zu sinken. Die Haltungen werden ruhig, passiv und über mehrere Minuten gehalten. So entsteht Raum, in dem sich der Energiefluss im Körper harmonisieren kann – Spannungen lösen sich und neue Kraft darf entstehen.
Durch sanften Druck und Dehnung werden insbesondere Faszien, Bindegewebe, Sehnen und Gelenke angesprochen. Diese Strukturen reagieren besonders gut auf langsame, gleichmäßige Impulse. Verklebungen können sich lösen, die Beweglichkeit verbessert sich und die Energie beginnt wieder freier zu fließen. Oft zeigt sich das nach der Praxis als Gefühl von Weite, Leichtigkeit und innerer Ausgeglichenheit.
Gleichzeitig wirkt Yin Yoga tief auf das Nervensystem. Der Körper schaltet vom Stressmodus in die Regeneration: Der Parasympathikus wird aktiviert, Stresshormone können sich reduzieren und ein Zustand von Ruhe und Sicherheit entsteht. Gedanken beruhigen sich, der Geist wird klarer – ein wohltuender Ausgleich zum oft fordernden Alltag.
Auch auf emotionaler Ebene kann Yin Yoga berühren. In der Stille und im längeren Verweilen entsteht die Möglichkeit, nach innen zu lauschen. Alte Spannungen – körperlich wie emotional – dürfen sich zeigen und sanft lösen. So entsteht mehr Verbindung zu dir selbst und deinem inneren Gleichgewicht.
Regelmäßige Praxis fördert Geduld, Achtsamkeit und innere Stabilität. Sie kann dabei unterstützen, Beschwerden zu lindern, den Schlaf zu verbessern und neue Kraft für den Alltag zu schöpfen.
Yin Yoga ist kein Tun, sondern ein Geschehenlassen.
Der Weg ist das Ziel – und Achtsamkeit dein Begleiter.
Gut zu Wissen:
Ich gebe kein Heilversprechen!
Im Zweifelsfall bitte vorher immer die Teilnahme am Yogakurs vom Arzt abklären lassen. Yoga arbeitet auf energetischer Ebene, dient der Aktivierung der Selbstheilungskräfte und ersetzt nicht die Diagnose oder Behandlung durch Arzt und/oder Heilpraktiker.